Jugendbeirat beim HOP! Jugendkongress

Erster „Hands on Participation“-Kongress in Hessen

Am Samstag trafen sich in der Jugend-Kultur Kirche St. Peter in Frankfurt Vertreter verschiedenster Jugendbeteiligungsformen aus ganz Hessen zu einem Vernetzungstreffen.

Dieses begann genau genommen schon am Vorabend mit einem netten get-together in der Örtlichkeit und verschiedenen Kennenlernspielen, welche von der Improtheatergruppe „Die Affirmative“ angeleitet wurden. Nach dem Ende des offiziellen Programmes blieb auch noch Zeit sich untereinander bei Getränken und leckeren Snacks auszutauschen.

Der Samstag begann dann nach einem langen Abend, inklusive einstündigen Warten am Hanauer Hbf auf einen Hopper, doch schon wieder sehr früh. Allerdings keine Minute zu früh, wie wir am Ende der Veranstaltung an der knappen Zeit herausfinden durften.

Nach einem kurzen Einleitungswort unseres hessischen Ministers für Soziales und Integration, Kai Klose, wurden die verschiedenen Gremien nach ihrer Art aufgeteilt, sodass wir in einer Gruppe mit anderen Jugendbeiräten und -parlamenten aus ganz Hessen gemeinsam arbeiteten. Hierbei stellte sich heraus, dass auch die anderen Gremien mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen haben: geringe Wahlbeteiligung, wenig in der Gesetzgebung verankerte Rechte und das Verhältnis der Gremien zu den „richtigen“ Politikern sind hier zu nennende Stichworte.

Die Ergebnisse der verschiedenen Gruppen wurden anschließend im Plenum diskutiert, bevor es nach einer Mittagspause in die zweite Gruppenarbeitsphase ging. Diesmal wurde hierbei nicht nach Gremien, sondern nach Themen sortiert und wir wählten uns in „Rechte der Jugendgremien“ ein und erarbeiteten dort 6 Forderungen, die uns unsere Arbeit erleichtern würden und somit Jugendgremien in ganz Hessen stärken würden.

Hier unser Ergebnis:

  1. Verpflichtende Muss-Formulierungen für Jugendbeteiligung
    Bisher steht in der hessischen Gemeindeverordnung zur Jugendbeteiliung folgender Satz: „Die Gemeinde soll bei Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, diese in angemessener Weise beteiligen.“
    Diese Formulierungen soll in der Hessischen Gemeindeordnung, dem Schulgesetz und auf Ebene der Verbände zu einer verpflichtenden Beteiligung abgeändert werden.
  2. Verpflichtende Aufklärung über Partizipationsmöglichkeiten in der Schule
  3. Individuell und eigenverantwortliche Gestaltung von Jugendbeteiligungsformen
    Organisation, Wahlsystem, Finanzen und Inhalte sollen von den Jugendlichen individuell und eigenverantwortlich gestaltet werden.
  4. Ausreichende Ressourcen für Jugendbeteiligung
    Ausreichende Versorgung mit Finanzen und personeller Unterstützung für Jugendbeteiligung und Kommunikation mit Politik
  5. Verbindliche Rechte für Jugendbeteiligung
    Verbindliche Anwesenheits-, Rede-, Antrags-, Veto- und Stimmrechte im schulischen und kommunalen Gremien für Jugendliche und eine Transparenz- und Informationspflicht.
  6. Herabsetzung des Wahlalters auf 14 Jahre

Diese Forderungen wurden mit denen der anderen Gruppen danach mit den Jugendpolitischen Sprechern der Fraktionen SPD, FDP, Die Linke, Bündnis 90/ Die Grünen diskutiert und am Ende der Veranstaltung an diese übergeben.

Das Schlusswort des Kongresses kam dann noch von der Kinderrechtsexpertin Prof. Dr. Katharina Gerarts und einer darauf folgenden Zusammenfassung des Tages durch die Improtheatergruppe „Die Affirmative“.

Weitere Infos zum Kongress gibt es hier.

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