Kurze Entstehungsgeschichte des Jugendbeirats Seligenstadt

Die Entstehungsgeschichte des Jugendbeirates Seligenstadt beginnt im Jahr 1998, als sich einige Jugendliche unter Leitung des städtischen Jugendreferenten Tom Heilos zusammenfanden, um eine ständige Vertretung der Jugend in Seligenstadt zu diskutieren. Die Idee fußte auf den verschiedenen Engagements von Jugendlichen, die in der Stadt etwas bewegen wollten, aber hauptsächlich projektbezogen arbeiteten. Diese Initiative, die von den Jugendlichen gezeigt wurde, sollte nun in einem politischen Beteiligungsprojekt gebündelt und damit auch den Jugendlichen eine Stimme verliehen werden, da diese ansonsten weder über eigenes Wahlrecht verfügen, noch ihre Interessen über die Eltern, wie bei jüngeren Kindern vertreten sehen.

Daher bildete sich eine Arbeitsgruppe von ca. 10 Jugendlichen, die nun verschiedene Modelle der Partizipation unter die Lupe nahmen. Natürlich hatten alle recht ideale Vorstellungen, und als wir uns dann auf ein Konzept geeinigt hatten, und dieses den Seligenstädter Politikern vorstellten, hagelte es erst mal Kritik aufgrund der angeblichen Nicht-Machbarkeit unseres Konzeptes. In einigen Punkten mussten wir dann auch Änderungen vornehmen. Jedoch setzten wir unser Modell in seinen wichtigen Punkten durch, obwohl unsere Gruppe aufgrund der unerwartet engstirnigen Mühlen der Bürokratie auf nur noch fünf Leute zusammengeschrumpft war.

Wir schafften es, bis nach den Sommerferien 99 die formalen Sachen zu erledigen (Änderung der Hauptsatzung und der Geschäftsordnung der Stadt, Wahl- und Kandidatenwerbung), so dass der Wahl des ersten Seligenstädter Jugendbeirates nichts mehr im Wege stand. Im Herbst war es dann soweit: auf einer Jugendversammlung, zu der alle Jugendlichen aus Seligenstadt eingeladen waren, konstituierte sich der Beirat mit den 21 gewählten Mitgliedern.

Im ersten Jahr gab es dann natürlich auch gleich viel zu tun. Nachdem wir auf ein Seminar gefahren sind, um uns besser kennen zu lernen und erst mal die Themenschwerpunkte für die Arbeit festzulegen, legten wir los. Wir kümmerten uns um die ganzen Kleinigkeiten, die uns in Seligenstadt schon immer gestört hatten (Fußballtore ohne Netze, schlechte Basketballkörbe, Fahrradwegbeschilderung und -beleuchtung, usw.), richteten Veranstaltungen aus und nahmen zu aktuellen politischen Themen Stellung.

Wir richteten einmal in der Woche eine Bürostunde ein, um immer für die Jugendlichen da zu sein, hielten Sitzungen ab und machten regelmäßig eine Jugendversammlung, um der Jugend über unsere Arbeit zu berichten und dringende Anliegen herauszufinden. Außerdem arbeiteten wir mit am Aufbau eines hessenweiten Verbandes von Beteiligungsprojekten, der LAG JUPP 21.
Aufgrund der vielen Tätigkeiten ging das erste Jahr schnell vorbei, und daher mussten schon wieder Kandidaten für die zweite Amtszeit gefunden werden.
Eine harte Aufgabe, doch wir brachten es zustande, dass auch der zweite Jugendbeirat im frühen Herbst 2000 zusammentrat. Jetzt war die Gelegenheit, uns in unserer Arbeit eher den größeren Projekten zu widmen, zu denen wir vorher die Grundlagen gelegt hatten. Z.B. den Aufbau eines Skateparks zu forcieren, den wir letztes Jahr geplant hatten oder eine Umfrage unter den Seligenstädter Jugendlichen zu starten, so dass wir genau auf die Belange von Kindern und Jugendlichen eingehen und sie auch entsprechend vertreten können.

Ich denke, dass der Jugendbeirat der Stadt Seligenstadt und besonders natürlich den Jugendlichen viel gebracht hat. Auch in der Politik ist eine deutliche Verjüngung zu spüren, ein Mitglied des Beirates hatte es sogar schon in die Stadtverordnetenversammlung geschafft. Auch achten Politiker jetzt viel mehr von selbst auf unsere Anliegen, und wir stoßen nicht mehr auf soviel Unverständnis wie früher, was keineswegs heißen soll, dass jetzt alles Top wäre.

Es gibt noch viel zu tun! Und auch wenn es teilweise viel Arbeit ist, macht es doch auch Spaß, selbst etwas verändern und gestalten zu können.

Sven Kirrmann

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